CLUB NO BORDER
Letzter Termin: Fr. 15. Dezember 2006 - 19:30 Uhr
 
Club No Border 6 - FINALE
Hajusom wird mit der hier vorgestellten Produktion Club No Border eine innovative künstlerische Form entwickeln, um das Thema der Globalisierung und deren Folgen durch ein Wechselspiel inszenatorischer und interaktiver Mittel auf unmittelbare Weise umzusetzen und einem jungen Publikum nahe zu bringen. Die 6 inhaltlich aufeinander aufbauenden interaktiven Performances verbinden vorbereitete, inszenierte Passagen - Wissen vermittelnde Szenen, Vorträge von Spezialisten, Choreografien u.ä. - mit partizipativen, offenen Aktionsformen, in denen das Publikum direkt in die Kunst-Produktion involviert wird.
 
Die Thematik, um die alle sechs Veranstaltungen kreisen, ist die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Arten von Grenzen, deren Wirksamkeit alle teilnehmenden Jugendlichen aus ihren eigenen Erfahrungen und aktuellen Lebenszusammenhängen kennen. Dem entsprechend liegen die Inhaltlichen Schwerpunkte, mit denen sich die einzelnen Abende beschäftigen, auf unterschiedlichen Ebenen:
 
Die Macht der Grenzen: Nationale Identifikation durch Symbole
(Flaggen, Hymnen etc.);
 
Metropole 'Metropole Hamburg - Wachsende Stadt': das Senats-Leitbild
zu Kultur und Migration und realen Grenzen in der Stadt;
 
Widerstand: KämpferInnen gegen Rassismus und Diskriminierung -
gestern und heute;
 
Fremde Rituale: Gebrauchsanweisungen zum Überwinden kultureller
Grenzen und Ängste;
 
Love: Liebesgeschichten gegen die Macht der Grenzen und für
universale emotionale Vernetzung.
 
Hajusom möchte einem jungen Publikum die Absicht von Grenzen
sowohl physisch als auch intellektuell nach vollziehbar zu machen. Bereits in der Einlasssituation sind erste Hindernisse durch Kontrollstationen aufgebaut: Papiere müssen gezeigt, Fragebögen ausgefüllt werden. Im ersten Teil der Performance wird der Bühnenraum (Ort für Kontrolle und Autorität) aufgelöst und damit die nächste Grenze überwunden. Diese Auflösung lässt einen nur scheinbar "offenen Raum" entstehen, in dem die Zuschauer mit jeweils unterschiedlichen und sich neu aufbauenden Grenzen konfrontiert werden, was sie dazu auffordert, sich situationsgemäß immer wieder neu zu positionieren. Auch die Darsteller von Hajusom selbst können diese Grenzen durch die Autorität ihrer Rollen etablieren. Denn nicht die geografischen Linien, Mauern und Zäune bestimmen jene Grenzen, die am schwersten zu überwinden sind, sondern Menschen legen sie fest: mit ihren Zuschreibungen, Ängsten, politischen Bekenntnissen etc. Im Idealfall kann die Erfahrung eines Abends für den einzelnen Zuschauer irritierend, sogar beängstigend wirken.
Das utopische Konzept, das sich im Laufe des einjährigen Projekts kontinuierlich umsetzt und in verschiedenen Formen der gemeinsamen Präsentation Gestalt gewinnen soll, ist der Gedanke einer Welt ohne Grenzen, auf der alle Menschen ungeachtet ihrer Religion, ihrer Hautfarbe, ihrer kulturellen oder sozialen Zugehörigkeit gleichberechtigt leben können.
Club No Border / Operation Schwarz Rot Gelb möchte im Verlaufe der Performance die subjektiven Wertesysteme sezieren, die oberflächlich durch 'Wahrheiten' des eigenen Kulturkreises bestimmt sind. Für die Richtung dieses an den Abenden im Clubraum vorgesehenen Verfahrens versucht der Titel ein Bild zu geben: Nationale Identifikationen, ausgedrückt in der Flagge und ihren Farben, in Hymnen und ihren Texten, werden dekonstruiert und im Rahmen der "Operationen" zur Disposition gestellt, um eine neuen Zugehörigkeiten zu erproben, in denen gewohnte Grenzen nicht mehr wirksam sind.
 
 
"Wir laden Sie ein, eine neue Geographie zu erfinden, die nicht einfach physisch, sondern entschieden emotional ist."
(aus: Next Flag, Simon Njami 2005) 
 



Von und mit:
Prince Duronceray / Ghana
Peter Franck / Russland
Josefine Hennings / Ruanda
Hindatou Issaka / Togo
Aminatu Jalloh / Sierra Leone
Hassan Jalloh / Sierra Leone
Maimuna Kamara / Sierra Leone
Emmanuella Kpukpu / Togo
Roland von Leitner / Niger
Ahmad Shah Malikzada / Afghanistan
Samuel Makinde / Nigeria
Arman Marzak / Afghanistan
Ismael Nabe / Guinea
Ben Sanogo-Willers / Benin
Rabietou Tchavowa / Togo
Attila Toparlak / Türkei
Rita & Jean Naomi Zulu / Sambia
 
 
 
Konzept: HAJUSOM
Assistenz: Sofie Olbers | Anna-Christin Wright
Textile Fertigkeiten: Ruth May
Künstlerische Leitung: Ella Huck, Claude Jansen, Dorothea Reinicke  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Eine Koproduktion von   
 
 
in Zusammenarbeit mit 
 
  und  
 
 
 
 
 
 
Gefördert von
 
 

 
   
 

 
   
 
 
 
 
 
 
 
 
  

 
 
 
 


 
 
 
 
Impressum