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Holiday Inn
Eine Grenze ist nichts anderes als eine virtuelle Linie. Simon Njami
Holliday Inn - Sieben Tage und sieben Nächte in einem Hotel, dessen verheißungsvoller Name die Sehnsucht nach Urlaub, Ferien und großen Reisen zu erfüllen verspricht.
Völlig unerwartet treffen sie aufeinander, all die Persönlichkeiten, die für eine Utopie kämpften und an das scheinbar Unmögliche glaubten: an eine Welt ohne Grenzen, in der alle Menschen gleich sind ungeachtet ihrer Religion, ihrer Hautfarbe, ihrer kulturellen oder sozialen Zugehörigkeit.
Menschen aus Gegenwart und Vergangenheit, die große Namen tragen, begegnen sich: u.a. die Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai und Arundhati Roy, Schriftstellerin und Globalisierungsgegnerin; Nelson Mandela, Martin Luther King und Patrice Lumumba; aber auch weniger bekannte wie der deutsche Astronaut Ulf Merbold; oder Fazia Jansen, Sioma Zubicky, Hans J. Massaquoi, die den Nationalsozialismus in Deutschland erlebt und als verfolgte Minderheit überlebt haben.
Eigentlich sind sie alle nur auf der Durchreise und treffen zufällig aufeinander. Vielleicht hätten sie einander gar nicht wahrgenommen, möglicherweise sich gar nicht kennen gelernt, wären da nicht die sich steigernden Unliebsamkeiten im Hotel, die geradewegs in eine Katastrophe führen. Das Hotel bricht zusammen, alle Habseligkeiten und vor allem die Pässe, jener Gegenstand, der Identität beweisen soll, gehen verloren.
Berthold Brecht - ebenfalls verkörpert durch einen Hajusom-Darsteller, der in dieser Figur durch das Stück führt - schrieb in seinen Flüchtlingsgesprächen einmal "Hut ab vor dem Pass". Die jungen Mitglieder der Performance-Gruppe Hajusom wissen um die Bedeutung des "richtigen" Passes. Sie alle sind hier in Deutschland in einer Art Transit-Situation - in einem Hotel, in dem Menschen kommen und gehen, auf der Durchreise sind. Jedoch ist ihre Situation geprägt von ständiger Unsicherheit, begründet durch politische Entscheidungen der hiesigen Behörden und dem grundsätzlichen Zweifel an ihrer Identität. Flüchtlinge sind weder im Besitz eines Passes noch befinden sie sich auf einer romantischen Kreuzfahrt.
So bleibt auch ihnen nur der Glaube an eine Utopie, die die von ihnen ausgewählten Idole, deren Identitäten sie für einen kurzen Moment annehmen, nicht besser hätten beschreiben können. Globalisierung für Alle! Nicht nur für die Privilegierten, die über Geld oder die richtigen Papiere verfügen.
Konzept: HAJUSOM | Nikola Duric
Assistenz: Sofie Olbers | Anna-Christin Wright
Bühne: Michael Böhler
Ausstattung: Heike Halenga
Tanz-Coaching: Angela Guerreiro
Swing-Tanz: Kerlin da Silva
Künstlerische Leitung: Ella Huck, Claude Jansen, Dorothea Reinicke
Von und mit: Ahmad Shah Malikzada / Afghanistan Aminatu Jalloh / Sierra Leone Arman Marzak / Afghanistan Beke Olbers / Deutschland Ben Sanogo-Willers / Benin Carolina Aguilera-Francke / Deutschland Evelene Ramata Neequaye / Ghana Hassan Jalloh / Sierra Leone Hindatou Issaka / Togo Ibrahima Bah / Guinea Ismael Nabe / Guinea Jean Naomi Zulu / Sambia Maimuna Kamara / Sierra Leone Ousmane Diawara / Guinea Prince Duronceray / Ghana Rabietou Tchavowa / Togo Ragib Sosani / Syrien Rita Zulu / Sambia Roland Adjao / Niger Samuel Makinde / Nigeria Stefanie-Marie Weicke / Deutschland Shahab Kia / Iran Winifred Brown / Liberia Es gibt nur eine Rasse - den Menschen! Es gibt nur eine Religion - die Liebe! Es gibt nur eine Welt. Oder überhaupt keine Welt! Sioma Zubicky, 27. Jan 2004, Gedenktag des Holocaust
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Im Rahmen des Aktionsprogramms Jugend für Toleranz und Demokratie gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur umdenken e.V./ Heinrich-Böll-Stiftung
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