Hajusom kämpft!

 
Die Hamburger Ausländerbehörde plant massenweise Abschiebungen nach Guinea - zwei Performer von HAJUSOM sind akut bedroht!
Eine unter dem Rechtspopulisten Schill eingeführte dubiose Abschiebepraxis bedroht auch nach dessen Abgang aus der Politik der Hansestadt zahlreiche westafrikanische Flüchtlinge: unter Umgehung der Botschaft von Guinea werden in den kommenden zwei Wochen in den Räumen der Ausländerbehörde 'Anhörungen' vor einer dubiosen guineischen Delegation stattfinden, deren Ziel es ist, durch die massenhafte Ausstellung von Passersatzpapieren 'Rückführungen' schnell und reibungslos durchzuführen.
 

 
Zwei Mitglieder von HAJUSOM sind von dieser Praxis akut bedroht: Ibrahima Bah und Ismael Nabe, die als 'minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge' vor drei bzw. fast fünf Jahren in die Gruppe kamen, haben eine derartige Einladung in die Ausländerbehörde erhalten, nachdem ihre Duldungen jeweils nur für wenige Tage verlängert worden sind. Die beiden Performer sind besonders begabt und haben sich in der Gruppe und über deren Rahmen hinaus zu viel versprechenden jungen Künstlern entwickelt. Ibrahima Bah zeichnet sich neben seinen Auftritten als Performer in verschiedenen Produktionen besonders auch als engagierter visueller Künstler aus: als Kameramann im Videoprojekt Kosmos Hamburg und als Objektkünstler in der Produktion Kosmos 2; beide Produktionen erarbeitete HAJUSOM in Kooperation mit den Dokumenta-Künstlern Margit Czenki und Christoph Schäfer. Ismael Nabe, Protagonist z.B. als heldenhafter Schlangentöter in Die Kinder der Regenmacher, arbeitet seit mehr als einem Jahr mit dem Hamburger Musiker Viktor Marek zusammen, seine geraptenTexte (französisch / deutsch) sind in eine CD-Produktion eingeflossen.
 

 
Die beiden jungen Performer werden mitten aus den Vorbereitungen für HAJUSOM's neueste Produktion gerissen, die im Mai auf Kampnagel Premiere haben wird. Für die Performance recherchieren die Jugendlichen u.a. Flucht- und Überlebensgeschichten anderer Generationen, die als Angehörige von Minderheiten in Deutschland verfolgt wurden.
 
Neben ihrer Arbeit als junge Künstler haben sich die beiden in Hamburg in den letzten Jahren existenziell wichtige Zusammenhänge aufgebaut: sie gehen zur Schule bzw. befinden sich in einer Ausbildung, die nach langen Bemühungen gerade in diesen Tagen zugesagt wurde - zynischerweise hat die Ausländerbehörde eine Erlaubnis von ihrer Seite über Wochen hingehalten, um nun stattdessen die Abschiebung vorzubereiten.
 

 
Die künstlerische Leitung und das gesamte Ensemble von HAJUSOM sind entsetzt über die Vorgehensweise der Ausländerbehörde und protestieren vehement! Wir können keinesfalls ein 'öffentliches Interesse' erkennen, diese Menschen des Landes zu verweisen, wie es die Behörde in ihrem Schreiben vorgibt. Stattdessen erkennen wir ein menschenverachtendes Vorgehen, das insbesondere junge Flüchtlinge besonders hart trifft, indem es ihnen den Aufbau ihrer Zukunft unmöglich macht.

 
AKTIONEN!!!
Im Schauspielhaus gab es am Freitag eine Pressekonferenz, Vertreter der Medien erschienen und berichteten über die skandalösen und bedrohlichen Vorgänge. Auf der Veranstaltung wurde auch ein von über 100 Personen aus dem kulturellen Feld unterzeichnetes Protestschreiben - angeführt von Tom Stromberg - vorgestellt, das mittlerweile dem Bürgermeister der Stadt vorliegt.
 
Die Artikel in der Hamburger Morgenpost und in der taz könt ihr Pressespiegel unter Abschiebetheater nachlesen!
 
Den Protestbrief an Herrn Bürgermeister Ole von Beust mit den Erstunterzeichnern auch!!!
 
Am Montag, 7.3.2005 um 15 Uhr führte HAJUSOM hat vor der Ausländerbehörde eine öffentliche Probe durch, um gegen die Praktiken der Ausländerbehörde zu protestieren. ARD und ZDF waren dabei und werden berichten!
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