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Hajusom! I-IV
Premiere: Mai 1999, Schlachthof, Hamburg
Die Ideen zu Szenen, die Musiken und
Tänze haben die Jugendlichen selbst eingebracht und die
Regisseurinnen haben reale Geschehnisse - oft Konflikte - aus der
Probenzeit später mit den Jugendlichen in Szenen umgesetzt.
Das Stück beschäftigt sich mit dem Lebensgefühl der Jugendlichen hier im neuen fremden Land, der Fremdheit untereinander, dem gemeinsamen Schmerz, von Familie und Heimat getrennt zu sein. Zugleich vermittelt es auch eine Lebenslust, es wird getanzt und unglücklich geliebt, gekämpft, gefeiert und geträumt. Der Reiz der Form liegt u.a. in dem Gebrauch einer Live-Kamera. Ein TV-Kamerateam, verkörpert von den beiden Dolmetschern des Projekts, interviewt während des Stückes die Jugendlichen mehrfach zu ihrer Situation in Deutschland. [ F o t o s ] |
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"7 Leben"
Premiere: 5. Dezember 2000, Fabrik,
Hamburg
In diesem Stück erzählen sie
von
ihrer Liebe zu den jeweiligen Heimatländern und von der Konfrontation mit dem Krieg und Fanatismus, die diese Liebe überschattet; der Flucht, in unterschiedlichen Varianten dargestellt: realistisch nacherzählt, als Bewegungschoreografie und als Zauberwerk helfender Geister; angerufen durch einen westafrikanischen Féticheur; dem Ankommen in Deutschland - von den harten Stühlen der Ausländerbehörde bis zum quasi-touristischen Blick in ein fremdes Land. Erzählt wird in der Form des
Storytelling - unterschiedliche Sprachen von Englisch bis
Französisch bis zu verschiedenen afrikanischen und
afghanisch-persischen Dialekten sind zu hören. Unterstützt
werden die Geschichten durch choreografisierte Alltagsgesten.
Bundespreisträger in Berlin
Im Mai 2001 wurde HAJUSOM! mit dem
Stück "7 Leben" zum Bundespreisträger des 22. Theatertreffens
der Jugend der Berliner Festspiele gekürt.
Die Jury zu HAJUSOM! "...das Spiel reißt mit, wenn die jugendlichen Flüchtlinge ihre bewegende Geschichte erzählen, wenn sie sie in faszinierend einfache Geschichten umsetzen, wenn sie tanzend in der Gruppe zusammenfinden, wenn sie sich zeigen, wie sie sind: einsam, wartend, begeistert, ängstlich, verliebt oder..." Als eine von neun deutschen Jugendtheaterproduktionen wurde HAJUSOM! nach Berlin eingeladen, um die eigene Produktion zu präsentieren und eine Woche an Diskussionen und Workshops teilzunehmen. [ F o t o s ] |
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Aktionswochenende und Heiratsshow E44
Premiere: 22. März 2002, St. Pauli,
Hamburg
Im März 2002 gestaltete HAJUSOM!
ein öffentliches Aktionswochenende. In diesem Rahmen hatte sich
das Projekt in unterschiedlichen Aspekten seiner Arbeit
präsentiert. Gezeigt wurde eine Performance-Aktion, "Traumhochzeit
E 44", in der die Spieler das Thema des Heiratens zum Erlangen der
Aufenthalts- erlaubnis zur Show gemacht haben. Außerdem wurden
verschiedene Workshops, angeleitet von Jugendlichen des Ensembles,
angeboten, es gab eine Videolounge mit Ausschnitten aus der HAJUSOM!-
Arbeit und eine Kunstausstellung mit anschließender Auktion.
Warum "Traumhochzeit"?
Für viele junge Flüchtlinge
erscheint eine Heirat (neben der Adoption, die aber lebenslang ist und
das Verleugnen jeglicher Bezüge zur möglicherweise noch
lebenden leiblichen Familie verlangt) als ein gangbarer Weg, um eine
Aufenthaltserlaubnis für dieses Land zu erhalten - ohne
Selbstaufgabe und unkündbare gegenseitige Verpflichtungen aller
Beteiligten.
Und warum "E 44?"
"E 44" ist der von HAJUSOM! und anderen
meist gehasste Teil der Ausländerbehörde. Es ist die amtliche
Bezeichnung für die Abschiebeabteilung. HAJUSOM! hat diesen Titel
neu gefüllt und die Existenz von E 44 einem neuen Sinn
zugeführt. E 44 schafft glückliche Bindungen, E 44 gibt
Zukunftsperspektiven, E 44 feiert!
Mit dem käuflichen Erwerb eines
Duldungsbuttons ist dem Publikum der Aufenthalt in den verschiedenen
Veranstaltungsorten, in denen die Aktionsschwerpunkte von E 44 liegen,
gestattet!! Und zwar für die Zeit von 11 bis 11 - danach muss um
Verlängerung der Duldung neu verhandelt werden - Oder HAJUSOM!
schiebt ab.
"Traumhochzeit E 44 - eine Spielshow"
Präsentation
der Kandidaten in lockerer Talk-Runde auf einem Sofa,
Anpreisung der Vorzüge der Kandidaten durch wechselnde Moderatoren, Demonstration der hervorstechenden Qualitäten durch den/die Kandidatin selbst, Interaktion mit dem Publikum, das weitere Steigerungen verlangen kann Bewertung der Kandidaten durch das Publikum, Ermittlung der Gewinner Registrierung möglicher Partnerinnen und Partner im Publikum Eignungsprüfung der Partner/in durch den Moderator und den Kandidaten Durchführung einer (oder mehrerer) Traumhochzeiten Die Veranstaltungsräume für
die verschiedenen Angebote wie Workshop, Videolounge, Kunstausstellung)
befanden sich in Stadtteil St-Pauli Süd in unmittelbarer Nähe
zueinander: im Zentrum die Kirche am Pinnasberg (für die
"Traumhochzeit"), das "Kölibri" am Hein-Köllisch-Platz (Cafe,
Workshop-, Diskussionsraum), der "Golden Pudel Club" am Elbufer (Party
und Kunstausstellung) Das Spiel ist nicht zu Ende - E44 läuft im
Netz weiter!
[ F o t o s ] Wir suchen weiterhin nach geeigneten Heiratskandidatinnen und -kandidaten! Interessenten mit ernstgemeinten Angeboten wenden sich bitte an unsere Kontaktadresse: www.kunstwerk-hamburg.de |
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"Die Kinder der
Regenmacher"
Frei nach Aniceti Kitereza
Premiere: 11. Dezember 2002, Kampnagel,
Hamburg
Die Kinder der Regenmacher ist eine
afrikanische Familien-Saga, die das Leben vorkolonialer Zeiten in
Tansania beschreibt. Der Autor, Aniceti Kitereza, der die
Veröffentlichungen seines Buches im Jahr 1980 nicht mehr erleben
durfte, hat auf der letzten Seite folgendes mitzuteilen:
"Zunächst sage ich euch allen
Lebewohl. Nehmt ruhig eure eigenen Gespräche wieder auf. Ich
verabschiede mich von euch, meine Mitmenschen und Gefährten, um
nun wieder meinen eigenen Weg zu gehen.
Die Paläste dieser Welt sind nur
eine Schlafstelle und kein Ort, wo die Menschen auf ewig leben
können. Was ich hier schreibe ist für euch. Nur so werdet ihr
begreifen, wer ihr seid und wohin ihr geht."
HAJUSOM! hat für seine neue Produktion eine Kurzfassung des 650 Seiten langen Buches erarbeitet, die von den aus verschiedenen afrikanischen Ländern kommenden Flüchtlingen nacherzählt und interpretiert wird. Dabei begeben sich die Darstellerinnen
und Darsteller auf die Suche nach ihrer eigenen Herkunft, ihren
Traditionen, ihrer vermeintlichen Identität, die zum Teil
verschüttet, oder aus der Erinnerung verbannt wurde und immer
häufiger zum Klischee stilisiert wird. Doch ihre
Rückbesinnung verläuft nicht ganz ohne Zwischenfälle,
denn die aus dem Iran und Afghanistan kommenden Flüchtlinge folgen
ihren Spuren...
Während die Afrikaner, angeleitet durch die Erzählung, ihre unterschiedlichen Heimat-Bilder entwerfen, sie aus dem Gedächtnis rekonstruieren und anreichern mit dem, was sie in Deutschland über Afrika, den dunkel lockenden Kontinent (Out of Africa) erfahren haben, werden sie beobachtet. Ihre Beobachter sind "Weiße" - oder wie sie sich selbst nennen - "falsche Weiße", junge Männer aus Afghanistan und dem Iran, die voller Neugier dem folgen, was die Schwarzen ihnen präsentieren. Mit einer Kamera und anderen technischen
Hilfsmitteln ausgestattet, die der genauen Beobachtung dienen,
schleichen sie sich vorsichtig an das fremde Szenario heran.
Zunächst noch auf leisen Pfoten, ganz wie ein Forschungsteam im
Krüger Nationalpark, den Fährten wilder Tiere folgend.
Doch ihr schneller Übermut,
entlarvt ihre Tarnung und verleitet sie zusehends dazu, ihre Abgrenzung
aufzulösen. Die Fremden sind nämlich gar nicht so fremd, wie
einst vermutet: Die Frauen sind begehrenswert, der moslemische Umgang
mit Polygamie ist ihnen vertraut, das Essen schmeckt köstlich und
selbst die Zeremonien des Regenmachers sind ihnen irgendwie bekannt.
Und so erfahren am Ende alle Darsteller übereinstimmend, dass sie sich auf dieser Theaterbühne einen idealen Raum geschaffen haben, eine Traum-Welt ohne Grenzen, in der und mit der sie unterwegs sein können. Als "resident alien" haben sie
längst schon einen Zustand der Entwurzelung erreicht, der ihnen
eine neue Identität gibt. Sie sind hybride Wesen, die in einer
immer mobiler werdenden Welt leben, überall und nirgendwo zuhause
sind. Menschen, für die "Globalisierung" kein abgenutztes
Schlagwort darstellt, sondern zu einem erstrebenswerten Lebensentwurf
wird.
Die Flüchtlinge von HAJUSOM! haben gelernt, sich dafür stark zu machen, dass die Frage "Wo kommst du her?" inzwischen nicht mehr das gleiche bedeutet wie "Wer bist du?". Mit
Dank an Peter Hammer Verlag.
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Global Players
Global Players war ein sechsmonatiges
Projekt im Jahr 2003, in dem mit
Masken zum Thema "Identität / Traum-Ich" gearbeitet wurde.
"Wer möchte ich gerne sein?"
Die Dokumentation dieses Projektes finden Sie hier: Das komplette Heft als PDF-Datei erhalten
Sie, wenn Sie auf das große
Foto unten klicken [3.8 MB], einzelne Seiten können Sie sich
anschauen,
in dem Sie es mit den kleinen Fotos links von hier versuchen...
Texte von:
Baquira Alfredo, Angola
Ibrahima Bah, Guinea Winifred Brown, Liberia Descha Paksee, Thailand Amir Foroushani, Iran Hamidullah Habib, Afghanistan Josefine Hennings, Ruanda Hindatou Issaka, Togo Aminatu Jalloh, Sierra Leone Hassan Jalloh, Sierra Leone Nyima Jatta, Gambia Shahab Kia, Iran Samuel Makinde, Nigeria Arman Marzak, Afghanistan Rahmatullah Motafaker, Afghanistan Ismael Nabe, Guinea Ben Sanogo, Benin Omid Solemani, Iran Rita Zulu, Sambia |
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KOSMOS HAMBURG
Räume - Karten - Gesetze
"Alles ist richtig. Die Erde: viele Satelliten,
die um die Erde laufen, Sterne, Planten. Dieses System nennt man
Kosmos. In Hamburg sind viele Satelliten, zum Beispiel wir: wir
sind verschiedene Satelliten." (Ben Sanogo)
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KOSMOS HAMBURG ist eine Gegenstrategie zur Ausgrenzung. Wir verstehen das Projekt als Forschungsarbeit, als eine Art Labor, in dem durch genaue Beobachtung und Beschreibung von Räumen, Orten, Straßen, Plätzen die Stadt von den HAJUSOM!-Jugendlichen als Kosmos unterschiedlicher parallel existierender Welten, ein Gefüge sozialer Beziehungen und Interaktion erkannt und angeeignet werden kann. Sie bekommen mehr "Boden unter den Füssen". Die Jugendlichen haben ihren Kosmos mit unterschiedlichen Medien individuell beschrieben. Als Gastgeber präsentieren sie die von ihnen bespielte Installation KOSMOS HAMBURG . KOSMOS HAMBURG zeigt u.a.:
KOSMOS HAMBURG ist eine Installation im neuen Zuhause von HAJUSOM!: Schauen Sie durch die Augen der jugendlichen Akteure von HAJUSOM! auf die Stadt Hamburg: Hören Sie! Sehen Sie! Speisen Sie! Begleiten Sie uns! Finden Sie neue Wege und Orte im urbanen Raum! Spüren Sie die Gesetze dieser Stadt! Von und mit: Ibrahimah Bah, Winifred Brown, Ousmane Diawara, Mirjana Djuric, Hamidullah Habib, Hindatou Issaka, Aminatu Jalloh, Hassan Jalloh, Nyima Jatta, Samuel Makinde, Arman Marzak, Rahmatullah Motafaker, Ismael Nabe, Ben Sanogo, Omid Solemani, Rita und Jean-Naomi Zulu, Angel. Konzept: Margit Czenki, Ella Huck, Claude Jansen, Dorothea Reinicke
Video: Margit Czenki
Assistenz: Sofie Olbers
Musik: Viktor Marek
Kostüm Heike
Hallenga
Dank an: Matthias Cassun, Angela Casstillo, Katharina Oberlik,
Christoph Schäfer, Butt-Club, Kampnagel Hamburg, Station 17.
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PLAY MAS!
Young International Performers' Festival
Play Mas ist ein Begriff aus der Jouvay-Tradition des trinidadischen
Carnival. In Anspielung auf die Sklavenbefreiung bedeutet er hier
soviel wie: Spiel die Maske, verlasse deine alten Rollen, wehre dich
gegen die gesellschaftlichen Zuschreibungen, revoltiere gegen die
Ordnung der Herrschenden, indem du in ihre Haut schlüpfst und ihre
Räume eroberst und definiere sie neu. Den Teilnehmern des
Festivals PLAY MAS ist gemeinsam,, dass sie vom Spiel in den
Räumen der Hochkultur ausgeschlossen sind. Es sind Menschen, die
in ihrem jeweiligen gesellschaftlichen Kontext auf Grund von Armut, der
Krankheit HIV, der Zugehörigkeit zu einer ethnischen Minderheit
dem Rand, der Peripherie zugeordnet werden.
Die Gruppen - bestehend
aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen - werden von professionellen
Künstlern angeleitet und bewegen sich an der Schnittstelle von
Kunst, Politik, Bildung und Therapie - Begriffe, die nur in der
Wechselwirkung ihren Ausdruck finden. In jahrelanger Entwicklung und
gemeinsamer Erfahrung haben sie alle eine eigene künstlerische
Sprache gefunden und stellen durch ihre Arbeit die Zuschreibung der
Marginalisierung in Frage: ohne Peripherie gibt es kein Zentrum!
Die Vorgeschichte
HAJUSOM! hat viel Erfahrung auf Festivals gesammelt: Seit Bestehen der
Gruppe wurden verschiedene Produktionen zu namhaften Theater-Festivals
eingeladen, z.B. den internationalen Maifestspielen im Staatstheater
Wiesbaden und dem Afrika-Festival Foreign Affairs im Forum Freies
Theater / Schauspielhaus Düsseldorf. Im Jahr 2001 ist die Gruppe
Bundespreisträger des Jugendtheaterfestivals der Berliner
Festspiele und wird im Jahr 2003 erneut nominiert. Trotz der Erfolge
äuß die Jugendlichen ihr Unbehagen über das
Rezeptionsverhalten von Publikum und Presse. In Diskussionen wird der
Arbeit von HAJUSOM! mangelndes Integrationsinteresse vorgeworfen;
außerdem werden die Jugendlichen mit den für sie gewohnten
Zuschreibungen konfrontiert und ausschließlich zu ihrer Situation
als Flüchtlinge und als in Deutschland lebende Ausländer
befragt.
"Wir wollen endlich als Künstler und Menschen ernst genommen werden", so Winniefred Brown, Gründungsmitglied seit 1999. Fortlaufende gruppeninterne Gespräche kommen zu dem Ergebnis, ein eigenes Festival zu organisieren, dessen Teilnehmer einen vergleichbaren Kampf führen: die Idee zu PLAY MAS entsteht. Die Gastgeber stellen sich die Aufgabe, ein Festival zu gestalten, bei dem die teilnehmenden Gäste - alle Gruppen kommen aus Metropolen verschiedener Kontinente - ihre Produktionen zeigen, ihre Arbeitsweisen darlegen und diese gemeinsam mit den Festivalteilnehmern zum Gegenstand der Diskussion erklären. Ein begleitender Workshop dient dazu, eine gemeinsame Abschlussproduktion vorzubereiten.
Das Konzept des Carnival
als eine Metapher für das Festival und den gemeinsamen Workshop
entsteht durch die Verbindung zu der in Hamburg lebenden Soziologin,
Anthropologin und Carnivalistin Patricia Alleyne-Dettmers aus Trinidad,
die im Anschluss an die Premiere von Die Kinder der Regenmacher ihre
Mitarbeit im Projekt anbot. Sie hat den Kontakt zu Pamberi-Steelband
und den namhaften Kostümdesignern und Choreografen hergestellt,
unter deren Anleitung der Workshop PLAY MAS: Metamorphosis stattfindet.
Das Festival soll bereits
bestehende internationale Netzwerke ausbauen: seit dem Jahr 2000
besteht zwischen M.U.K.A. und HAJUSOM! ein regelmäßiger
Austausch, eine Reise zum jährlichen Vhuthihi-Festival
/Johannesburg im Dezember 2004 ist geplant; seit 2003 existiert der
Kontakt zu Crear vale la pena und Cybermohalla.
Der Workshop PLAY MAS: Metamorphosis
PLAY MAS schafft für alle Mitwirkenden einen weiteren neuen Raum:
im Rahmen eines Workshops arbeiten die Jugendlichen unter Anleitung von
Künstlern aus Trinidad (Pamberi Steelband und namhafte
Kostümdesigner und Choreographen) zusammen. Die historisch
gewachsenen Rituale des trinidadischen Carnival bilden die Grundlagen
des Workshops. Dabei soll die Idee des Carnival sowohl formal als auch
metaphorisch verstanden und umgesetzt werden. So wie der Carnival in
seinen Ursprüngen eine Antwort auf das Herrschaftssystem des
Kolonialismus war, steht Metamorphosis für eine symbolische Form
globaler Befreiung, in der jenes Aufbegehren wiederbelebt wird.
Wie Sprachen, Kulturen und
künstlerische Erfahrungen im Workshop aufeinandertreffen und
welche Metamorphosen gemeinsam und individuell durchlebt werden, ist
ein offenes Experiment.
Le monde entier se
créolise. The whole world is going creole. Die ganze Welt
kreolisiert sich. (Edouard Glissant, 1990)
Symposium: "From Tension to Metamorphosis"
Das Symposium wird sich zwei Themenbereichen widmen:
der Ausgrenzung / Marginalisierung und künstlerischen Antworten darauf
der Kreolisierung und Globalisierung am Beispiel des trinidadischen Carnival
1. Die Vorträge der verschiedenen künstlerischen Leiter und der jugendlichen Vertreter der Gastgruppen, die mit Hilfe unterschiedlicher ästhetischer Methoden den in ihren jeweiligen Ländern vorherrschenden sozialen Zuschreibungen und deren Folgen wie Exklusion und Marginalisierung begegnen, sind der Ausgangspunkt für die Diskussion.
2.
Künstler und Theoretiker aus Trinidad (Patricia Tamara
Alleyne-Dettmers, Linguistic Anthropologist; Peter Minshall, Theatrical
Carnival Designer; Tony Hall, Spezialist des Trinidadian Carnival,
insbesondere des Jour Ouvert) werden zu den Themen Carnival im
postkolonialen Kontext von Kreolisierung und Globalisierung referieren.
Eine Diskussionen zum Thema Ästhetik der politischen Performance (Methoden, Arbeits- und Darstellungsweisen)schließt sich an. Künstlerin und
Wissenschaftlerin aus Trinidad & Tobago (Patricia Tamara
Alleyne-Dettmers, Linguistic Anthropologist; Peter Minshall, Theatrical
Carnival Designer und Artistic Director of the Callalloo Company, Tony
Hall, Theatrical Director Lord Street Theater Company, Nestor Sullivan,
Director Pamberi Steel Orchestra, Earl Lovelace, Commonwealth Prize
Winner for Literature, werden zu den Themen "Play Mas" in Rahmen eines
postkolonialen Kontexts von Identität, Unterdrückung und
Neuerschaffung durch den Carnival referieren.
Die Vorträge sollen
Ausgangspunkt für eine anschließende Diskussionen zum Thema
Ästhetik der politischen Performance (Methoden, Arbeits- und
Darstellungsweisen) sein.
Zusätzliche Referenten:
Professor Dr. John Eade, Executive Director of the Federal Center for Research on Transnationalism, Ethnicity and Multiculturalism (Cromen) UK.
Jugendliche und die jeweiligen künstlerischen Leiter der eingeladenen Gruppen.
Alain Platel, Victoria Theater Belgien, Referent und Observer (ist angefragt).
Zusatzveranstaltungen
Ein Konzert der Pamberi Orchestra aus Trinidad unter der Leitung von
Nestor Sullivan, Director of Pamberi und The National Steel Orchestra
of Trinidad & Tobago wird am Sonntag, 7. März in der Fabrik stattfinden.
Der Trinidadische Autor
Earl Lovelace liest am Freitag, 12. März in der Bühne zum Hof
(Goldbekhaus) aus dem Roman "The Dragon can`t Dance" sowie aus dem 1997
mit dem Commonwealth Writers' Prize ausgezeichneten "Salt".
Der Fotograf Jeffrey Chock
dokumentiert seit vielen Jahren den trinidadischen Carnival. Eine
Auswahl seiner Bilder wird während der gesamten Dauer des
Festivals auf Kampnagel / Westflügel ausgestellt sein.
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KOSMOS 2
Hajusom lädt ein zu einer Reise
durch eine unbekannte Hamburger Parallelwelt
Fr. 3. - So. 5. Juli 2004,
jeweils um 20.30 Uhr Medienbunker Feldstraße
Eine Führung durch die geheimen Räume im Bumker an der Feldstraße begleitet von Tönen, Erzählungen, szenischen Aktionen, und Choreogafien aus einem imaginären Hamburg. Manchmal muss man die Augen schließen, um besser zu sehen. Von und mit:
Kelvin Acheampong, Ghana
Roland Adjao, Niger Ibrahima Bah, Guinea Maxi Bartnel, Deutschland Winifred Brown, Liberia Ousemane Diawara, Guinea Alexander Haber, Deutschland Hamidullah Habib, Afghanistan Hindatou Issaka, Togo Aminatu Jalloh, Sierra Leone Hassan Jalloh, Sierra Leone Fatumatta Jallow, Sierra Leone Nyima Jatta, Gambia Shahab Kia, Iran Samuel Makinde, Nigeria Arman Marzak, Afghanistan Mirjana Mitrovic, Deutschland Rahmatullah Motafaker, Afghanistan Ismael Nabe, Guinea Ben Sanogo, Benin Jana-Joy Schmidt, Deutschland Omid Solemani, Iran Rita Zulu, Sambia Jean Naomi Zulu, Sambia und Akgyn Konzept: Hajusom! | Margit Czenki
Assistenz: Sofie Olbers | Anna-Christin Wright
Künstlerische Mitarbeit: Christoph Schäfer
Tanz-Coaching: Angela Guerreiro
CD-Produktion: Hajusom | Viktor Marek
Film: Margit Czenki
Ausstattung: Heike HaHenga
Technische: Einrichtung Matthias Cassun
Dank an Herrn Schömng | Herrn Gierke | Thomas Maier | den Buttclub
Holiday Inn
Premiere: Mittwoch, 18. Mai, 19 Uhr Kampnagel K 6
weitere Aufführungen: Freitag, 20. 5., 11 Uhr und 19 Uhr; 21. und 22. 5. jeweils 19 Uhr
If
a diploma can famously be a passport (to a journey through hard
realism), a passport can be a diploma (for a crash course in cultural
relativism). Pico Iyer, Why we travel
Holliday Inn - SiebenTage und sieben Nächte in einem Hotel, dass
den verheißungsvollen Namen trägt, der die Sehnsucht nach
Urlaub, Ferien und großen Reisen verspricht.
Völlig unerwartet
treffen sie aufeinander, Persönlichkeiten, die für eine
Utopie kämpften und an das scheinbar Unmögliche glaubten: an
eine Welt ohne Grenzen, in der alle Menschen gleich sind - ungeachtet
ihrer Religion, ihrer Hautfarbe, ihrer kulturellen oder sozialen
Zugehörigkeit.
Eigentlich sind sie alle
nur auf der Durchreise und treffen zufällig aufeinander.
Vielleicht hätten sie einander gar nicht wahrgenommen,
möglicherweise sich gar nicht kennengelernt, wären da nicht
die sich steigernden Unliebsamkeiten im Hotel, die geradewegs in eine
Katastrophe führen.
Das Hotel brennt ab mit
all den wenigen Habseligkeiten wie Kleidern, Notizblöcken, dem
Geld, den Kreditkarten und vor allem den Pässen, jenem Gegenstand,
der ihre Identität beweisen soll.
Endlich verstehen sie,
dass Berthold Brecht einmal schrieb "Hut ab vor dem Pass", denn dieser
wird zum wichtigsten Gegenstand in ihrem Leben. Doch sie weigern sich
dieses Papier als einzigen Zeugen ihrer Identität anzuerkennen und
fangen ihr Leben noch einmal an: als Mensch.
Die jungen Mitglieder der
Performance-Gruppe Hajusom wissen um die Bedeutung des "richtigen"
Passes. Sie alle sind hier in Deutschland in einer Art
Transit-Situation - in einem Hotel, in dem Menschen kommen und gehen -
auf der Durchreise sind. Jedoch ist ihre Situation geprägt von
ständiger Unsicherheit, begründet durch politische
Entscheidungen der hiesigen Behörden und dem grundsätzlichen
Zweifel an ihrer Identität. Flüchtlinge sind weder im Besitz
eines Passes noch befinden sie sich auf einer romantischen Kreuzfahrt.
So bleibt auch ihnen nur
der Glaube an eine Utopie, die die von ihnen ausgewählten Ideale,
deren Identitäten sie für einen kurzen Moment annehmen, nicht
besser hätten beschreiben können. Globalisierung für
Alle!!! Nicht nur für die Privilegierten, die über Geld oder
die richtigen Papiere verfügen.
Es gibt nur eine Rasse - den Menschen!
Es gibt nur eine Religion - die Liebe! Es gibt nur eine Welt. Oder überhaupt keine Welt! Sioma Zubicky, 27. Jan 2004, Gedenktag des Holocaust Konzept: HAJUSOM | Nikola Duric
Assistenz: Sofie Olbers | Anna-Christin Wright
Bühne: Michael Böhler
Ausstattung: Heike Halenga
Tanz-Coaching: Angela Guerreiro
Swing-Tanz: Kerlin da Silva
Künstlerische Leitung: Ella Huck, Claude Jansen, Dorothea Reinicke
Darsteller: Ahmad Shah Malikzada / Afghanistan Aminatu Jalloh / Sierra Leone Arman Marzak / Afghanistan Ben Sanogo-Willers / Benin Evelene Ramata Neequaye / Ghana Hassan Jalloh / Sierra Leone Hindatou Issaka / Togo Ibrahima Bah / Guinea Ismael Nabe / Guinea Jean Naomi Zulu / Sambia Maimuna Kamara / Sierra Leone Ousmane Diawara / Guinea Prince Duronceray / Ghana Rabietou Tchavowa / Togo Ragib Sosani / Syrien Rita Zulu / Sambia Roland Adjao / Niger Samuel Makinde / Nigeria Shahab Kia / Iran Winifred Brown / Liberia Gefördert Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
im Rahmen des Aktionsprogramms Jugend für Toleranz und Demokratie gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit
und Antisemitismus Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur umdenken e.V./ Heinrich-Böll-Stiftung
Kulturbehörde Hamburg
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CLUB NO BORDER
Letzter Termin: Fr. 15. Dezember 2006 - 19.30, Kampnagel, Hamburg
Hajusom wird mit der hier vorgestellten Produktion Club No Border eine innovative künstlerische Form entwickeln, um das Thema der Globalisierung und deren Folgen durch ein Wechselspiel inszenatorischer und interaktiver Mittel auf unmittelbare Weise umzusetzen und einem jungen Publikum nahe zu bringen. Die 6 inhaltlich aufeinander aufbauenden interaktiven Performances verbinden vorbereitete, inszenierte Passagen - Wissen vermittelnde Szenen, Vorträge von Spezialisten, Choreografien u.ä. - mit partizipativen, offenen Aktionsformen, in denen das Publikum direkt in die Kunst-Produktion involviert wird.
Die Thematik, um die alle sechs Veranstaltungen kreisen, ist die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Arten von Grenzen, deren Wirksamkeit alle teilnehmenden Jugendlichen aus ihren eigenen Erfahrungen und aktuellen Lebenszusammenhängen kennen. Dem entsprechend liegen die Inhaltlichen Schwerpunkte, mit denen sich die einzelnen Abende beschäftigen, auf unterschiedlichen Ebenen: Die Macht der Grenzen: Nationale Identifikation durch Symbole (Flaggen, Hymnen etc.); Metropole 'Metropole Hamburg - Wachsende Stadt': das Senats-Leitbild zu Kultur und Migration und realen Grenzen in der Stadt; Widerstand: KämpferInnen gegen Rassismus und Diskriminierung - gestern und heute; Fremde Rituale: Gebrauchsanweisungen zum Überwinden kultureller Grenzen und Ängste; Love: Liebesgeschichten gegen die Macht der Grenzen und für universale emotionale Vernetzung. Hajusom möchte einem jungen Publikum die Absicht von Grenzen sowohl physisch als auch intellektuell nach vollziehbar zu machen. Bereits in der Einlasssituation sind erste Hindernisse durch Kontrollstationen aufgebaut: Papiere müssen gezeigt, Fragebögen ausgefüllt werden. Im ersten Teil der Performance wird der Bühnenraum (Ort für Kontrolle und Autorität) aufgelöst und damit die nächste Grenze überwunden. Diese Auflösung lässt einen nur scheinbar "offenen Raum" entstehen, in dem die Zuschauer mit jeweils unterschiedlichen und sich neu aufbauenden Grenzen konfrontiert werden, was sie dazu auffordert, sich situationsgemäß immer wieder neu zu positionieren. Auch die Darsteller von Hajusom selbst können diese Grenzen durch die Autorität ihrer Rollen etablieren. Denn nicht die geografischen Linien, Mauern und Zäune bestimmen jene Grenzen, die am schwersten zu überwinden sind, sondern Menschen legen sie fest: mit ihren Zuschreibungen, Ängsten, politischen Bekenntnissen etc. Im Idealfall kann die Erfahrung eines Abends für den einzelnen Zuschauer irritierend, sogar beängstigend wirken.
Das utopische Konzept, das sich im Laufe des einjährigen Projekts kontinuierlich umsetzt und in verschiedenen Formen der gemeinsamen Präsentation Gestalt gewinnen soll, ist der Gedanke einer Welt ohne Grenzen, auf der alle Menschen ungeachtet ihrer Religion, ihrer Hautfarbe, ihrer kulturellen oder sozialen Zugehörigkeit gleichberechtigt leben können.
Club No Border / Operation Schwarz Rot Gelb möchte im Verlaufe der Performance die subjektiven Wertesysteme sezieren, die oberflächlich durch 'Wahrheiten' des eigenen Kulturkreises bestimmt sind. Für die Richtung dieses an den Abenden im Clubraum vorgesehenen Verfahrens versucht der Titel ein Bild zu geben: Nationale Identifikationen, ausgedrückt in der Flagge und ihren Farben, in Hymnen und ihren Texten, werden dekonstruiert und im Rahmen der "Operationen" zur Disposition gestellt, um eine neuen Zugehörigkeiten zu erproben, in denen gewohnte Grenzen nicht mehr wirksam sind.
"Wir laden Sie ein, eine neue Geographie zu erfinden, die nicht einfach physisch, sondern entschieden emotional ist."
(aus: Next Flag, Simon Njami 2005)
Von und mit: Prince Duronceray / Ghana Peter Franck / Russland Josefine Hennings / Ruanda Hindatou Issaka / Togo Aminatu Jalloh / Sierra Leone Hassan Jalloh / Sierra Leone Maimuna Kamara / Sierra Leone Emmanuella Kpukpu / Togo Roland von Leitner / Niger Ahmad Shah Malikzada / Afghanistan Samuel Makinde / Nigeria Arman Marzak / Afghanistan Ismael Nabe / Guinea Ben Sanogo-Willers / Benin Rabietou Tchavowa / Togo Attila Toparlak / Türkei Rita & Jean Naomi Zulu / Sambia Konzept: HAJUSOM
Assistenz: Sofie Olbers | Anna-Christin Wright
Textile Fertigkeiten: Ruth May
Künstlerische Leitung: Ella Huck, Claude Jansen, Dorothea Reinicke
Gefördert von |